Ein vServer ist ein eigenständiges Linux-System mit Root-Zugriff und eigener öffentlicher IPv4-Adresse. Nach rund 120 Sekunden steht er - alles Weitere richtest du selbst ein, und alles Weitere liegt damit auch in deiner Verantwortung: Systemaktualisierungen, Absicherung, Dienste, Backups. Genau darin unterscheidet er sich von Webspace und Gameserver, wo diese Schicht fertig eingerichtet mitgeliefert wird.
Bewährt hat sich diese Reihenfolge:
- Verbinden und aktualisieren. Per SSH einloggen, Paketquellen aktualisieren, einen eigenen Benutzer mit sudo anlegen, Hostname und Zeitzone setzen.
- Absichern. Schlüssel statt Passwort, Root-Login abschalten, Fail2ban einrichten.
- Anwendung aufsetzen. Erst danach kommt der eigentliche Dienst - Webserver, Docker-Stack, Cloud oder Voiceserver.
- Backups einrichten. Als eigener Arbeitsschritt, nicht als Vorsatz für später.
Eine Eigenschaft der Plattform solltest du vorab kennen: Unsere vServer laufen als LXC-Container mit aktiviertem Nesting. Docker und Docker Compose funktionieren damit, ein eigener Kernel oder eigene Kernel-Module dagegen nicht. Für Webserver, Datenbanken, Gameserver, Voiceserver, Bots und Container-Workloads spielt das keine Rolle - wer zwingend einen eigenen Kernel braucht, liest zuerst den Vergleich von LXC und KVM ganz unten auf dieser Seite.
Einstieg & Absicherung
Diese beiden Anleitungen solltest du vor allem anderen durcharbeiten, und zwar in dieser Reihenfolge. Ein frisch bereitgestellter Server hängt mit einer öffentlichen IPv4-Adresse am Netz und ist damit aus dem gesamten Internet erreichbar. Automatisierte Scanner finden ihn und probieren gängige Benutzernamen mit Standardpasswörtern durch - das ist kein gezielter Angriff, sondern Grundrauschen. Ein Schlüsselpaar statt eines Passworts nimmt dieser Angriffsklasse die Grundlage.
Sperr dich beim Umstellen nicht selbst aus: Teste den neuen Zugang in einer zweiten, noch offenen Sitzung, bevor du den Passwort-Login abschaltest oder den Port wechselst. Sollte es doch passieren, führt die VNC-Konsole im Webinterface am SSH-Dienst vorbei auf den Server - und im äußersten Fall lässt sich das Betriebssystem jederzeit selbst neu installieren.
Erste Schritte auf dem vServer
Per SSH verbinden, System aktualisieren, eigenen Benutzer mit sudo anlegen, Hostname und Zeitzone setzen.
Schlüssel statt Passwort, Root-Login abschalten, Port wechseln und Fail2ban - gegen die automatisierten Login-Versuche.
Anwendungen aufsetzen
Was die meisten auf einem eigenen Server betreiben - jeweils von der Installation bis zur ersten funktionierenden Konfiguration. Zwei Hinweise gelten dabei für alle fünf Anleitungen. Sobald ein Dienst unter einem Namen statt unter der nackten IP erreichbar sein soll, brauchst du einen passenden DNS-Eintrag; wie der gesetzt wird, steht im Domain-Ratgeber. Und sobald mehrere Webdienste auf denselben Server sollen, ist ein Reverse Proxy davor die saubere Lösung, weil sich die Ports 80 und 443 nicht zwischen mehreren Anwendungen aufteilen lassen.
Zur Tarifwahl: Ein Voiceserver oder ein einzelner Bot kommt mit wenig Arbeitsspeicher aus, ein Stack aus Reverse Proxy, Anwendung und Datenbank braucht deutlich mehr. Verschätzt du dich, lässt sich später upgraden - die aktuellen Ausstattungen und Preise stehen auf der Produktseite.
nginx oder Apache mit PHP und Datenbank aufsetzen und ein Zertifikat einbinden.
Docker und Compose auf dem Container-vServer - Nesting ist bei uns aktiviert.
Eigene Cloud für Dateien, Kalender und Kontakte statt Dropbox oder Google Drive.
Läuft schon auf dem kleinsten Tarif - Installation, Privilege Key und Autostart.
Mehrere Instanzen parallel, jeder Startparameter frei wählbar.
Betrieb
Backups liegen auf dem vServer vollständig in deiner Hand - automatische Sicherungen sind nicht Teil des Tarifs, der Root-Zugriff gibt dir dafür aber jedes Werkzeug. Üblich ist ein nächtlicher Cronjob, der die relevanten Verzeichnisse und einen Datenbank-Dump per rsync, Borg oder restic auf ein externes Ziel schiebt.
Zwei Punkte entscheiden darüber, ob das im Ernstfall trägt. Erstens gehört die Sicherung nicht auf denselben Server: Was gemeinsam mit dem Original verloren geht, ist kein Backup. Zweitens musst du die Rücksicherung mindestens einmal geprobt haben - ein Backup, das noch nie zurückgespielt wurde, ist eine Vermutung. Beides beschreibt die Anleitung Schritt für Schritt.
Eigene Sicherungen per rsync, Borg oder Skript einrichten und den Ernstfall proben.
Vor der Bestellung
Wenn noch nicht feststeht, ob ein vServer überhaupt das Richtige ist. Er ist nicht automatisch die bessere Lösung, sondern die aufwendigere. Er lohnt sich, wenn du Software brauchst, die eine geteilte Umgebung nicht anbietet, wenn mehrere Dienste auf einer Maschine gebündelt werden sollen oder wenn du bewusst die volle Kontrolle über jede Einstellung willst.
Er lohnt sich nicht, wenn am Ende eine WordPress-Seite mit ein paar Postfächern herauskommen soll - die läuft auf einem Webspace mit weniger Aufwand und ohne dauerhafte Wartungspflicht. Und für ein einzelnes Spiel ist ein fertiger Gameserver in aller Regel der schnellere Weg. Die drei Ratgeber dieser Gruppe stellen die Alternativen sachlich gegenüber: zuerst die Virtualisierungsart, dann Webspace, dann Gameserver.
Was die beiden Virtualisierungsarten unterscheidet und wann welche passt.
Fertige Umgebung gegen volle Kontrolle - die Gegenüberstellung.
Fertiges Webinterface gegen Selbstbau, wenn es um Spieleserver geht.
Häufige Fragen
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