Privatkunde Geschäftskunde

Erste Schritte auf dem neuen vServerVon der Bestellung bis zum abgesicherten System

Dein vServer ist nach rund 120 Sekunden bereitgestellt - danach liegt alles bei dir. Diese Anleitung führt dich durch die ersten Handgriffe: verbinden, aktualisieren, einen eigenen Benutzer anlegen und die Firewall scharf schalten.

Für EinsteigerDebian & Ubuntu15 Minuten

Was du nach der Bestellung bekommst

Sobald die Bestellung durch ist, richtet unser System den vServer automatisiert ein. Nach rund 120 Sekunden findest du im Webinterface alles, was du zum Start brauchst:

  • Die IPv4-Adresse deines Servers - darüber erreichst du ihn von außen.
  • Das Root-Passwort für die erste Anmeldung.
  • Den Zugang zur VNC-Konsole. Die brauchst du, wenn du dich einmal selbst aus SSH aussperrst - dazu unten mehr.
  • Die Möglichkeit, das Betriebssystem jederzeit neu zu installieren. Verbaust du dir etwas, setzt du einfach neu auf; das dauert nur wenige Minuten.

Diese Anleitung geht von Debian oder Ubuntu aus - das sind die verbreitetsten Varianten. Unter CentOS heißen die Paketbefehle dnf statt apt, der Rest bleibt sinngemäß gleich.

Per SSH mit dem Server verbinden

Die Verwaltung läuft über SSH, eine verschlüsselte Terminal-Verbindung. Unter Linux, macOS und Windows 10/11 ist der passende Client bereits an Bord - du brauchst keine Zusatzsoftware.

Öffne ein Terminal beziehungsweise die PowerShell und gib ein:

ssh root@DEINE-SERVER-IP

Beim ersten Verbindungsaufbau fragt SSH, ob der Fingerprint des Servers vertrauenswürdig ist. Das ist normal - bestätige mit yes. Anschließend gibst du das Root-Passwort aus dem Webinterface ein. Achtung: Bei der Passworteingabe bewegt sich der Cursor nicht und es erscheinen keine Sternchen. Das ist so gewollt, tippe einfach weiter und drücke Enter.

Bist du drin, begrüßt dich eine Eingabeaufforderung wie root@vserver:~#. Ab hier arbeitest du direkt auf deinem Server.

Wer lieber mit grafischer Oberfläche arbeitet, kann unter Windows PuTTY oder WinSCP nutzen; für Dateiübertragungen bietet sich SFTP an, das über dieselben Zugangsdaten läuft.

Schritt 1: Das System aktualisieren

Das mitgelieferte Image ist zum Zeitpunkt der Installation aktuell, aber zwischen Image-Bau und deiner Bestellung liegen möglicherweise Wochen. Der erste Befehl auf jedem neuen Server lautet deshalb immer:

apt update && apt upgrade -y

Der erste Teil lädt die aktuellen Paketlisten, der zweite installiert alle verfügbaren Aktualisierungen. Je nach Alter des Images dauert das ein bis fünf Minuten.

Damit Sicherheitsupdates auch künftig eingespielt werden, ohne dass du daran denken musst, lohnt sich das Paket für unbeaufsichtigte Aktualisierungen:

apt install unattended-upgrades -y
dpkg-reconfigure --priority=low unattended-upgrades

Damit holt sich der Server Sicherheitsupdates automatisch. Größere Versionssprünge macht er weiterhin nicht von allein - das bleibt bewusst deine Entscheidung.

Schritt 2: Einen eigenen Benutzer anlegen

Dauerhaft als root zu arbeiten ist unnötig riskant: Ein Tippfehler im falschen Befehl kann das System zerlegen, und automatisierte Angriffe zielen fast immer zuerst auf den Benutzernamen root. Lege deshalb einen normalen Benutzer an, der bei Bedarf per sudo Administratorrechte bekommt.

adduser deinname
usermod -aG sudo deinname

Der erste Befehl fragt nach einem Passwort und ein paar optionalen Angaben, die du mit Enter überspringen kannst. Der zweite nimmt den Benutzer in die Gruppe sudo auf.

Wichtig: Teste den neuen Zugang, bevor du den Root-Login abschaltest. Öffne dafür ein zweites Terminal-Fenster - lass das bestehende offen - und verbinde dich neu:

ssh deinname@DEINE-SERVER-IP
sudo whoami

Antwortet der Server auf den zweiten Befehl mit root, funktioniert alles. Erst dann geht es weiter.

Der nächste sinnvolle Schritt ist die Umstellung auf SSH-Schlüssel und das Abschalten der Passwort-Anmeldung. Das erklärt der Ratgeber SSH-Zugang absichern im Detail.

Schritt 3: Die Firewall einschalten

Ein frisch aufgesetzter Server nimmt Verbindungen auf allen Ports an, auf denen etwas lauscht. Sinnvoller ist der umgekehrte Weg: alles blocken und nur öffnen, was du wirklich brauchst. Unter Debian und Ubuntu ist ufw dafür das einfachste Werkzeug.

apt install ufw -y
ufw allow OpenSSH
ufw enable

Die Reihenfolge ist hier entscheidend: ufw allow OpenSSH muss vor ufw enable kommen. Sonst sperrt dich die Firewall im selben Moment aus, in dem du sie aktivierst.

Weitere Dienste gibst du später gezielt frei, zum Beispiel für einen Webserver:

ufw allow 80/tcp
ufw allow 443/tcp
ufw status

Der letzte Befehl zeigt dir jederzeit, was aktuell offen ist.

Schritt 4: Hostname, Zeitzone und Locale setzen

Drei Kleinigkeiten, die später Ärger sparen - vor allem, weil Logdateien sonst mit falschen Uhrzeiten geschrieben werden:

hostnamectl set-hostname mein-server
timedatectl set-timezone Europe/Berlin
apt install locales -y && dpkg-reconfigure locales

Beim Locale-Dialog wählst du üblicherweise de_DE.UTF-8 und/oder en_US.UTF-8. Prüfe anschließend mit timedatectl, ob die Zeit stimmt.

Wenn du dich ausgesperrt hast

Es passiert den Besten: eine Firewall-Regel zu viel, ein Tippfehler in der SSH-Konfiguration - und die Verbindung wird abgelehnt. Deswegen gibt es die VNC-Konsole im Webinterface. Sie hängt gewissermaßen direkt am Bildschirm des Servers und funktioniert unabhängig von SSH, Firewall und Netzwerkkonfiguration.

Über die VNC-Konsole meldest du dich mit dem Root-Passwort an und machst die problematische Änderung rückgängig, zum Beispiel:

ufw disable
systemctl restart ssh

Hilft das nicht weiter oder ist das System stärker beschädigt, installierst du im Webinterface einfach das Betriebssystem neu. Das dauert wenige Minuten - vorausgesetzt, du hast ein Backup. Deshalb gehört die Sicherung eingerichtet, bevor echte Daten auf dem Server liegen.

Wie es weitergeht

Damit steht ein sauberes, aktuelles und grundlegend abgesichertes System. Je nachdem, was du vorhast, geht es so weiter:

Häufige Fragen

Rund 120 Sekunden. Die Einrichtung läuft vollautomatisch, inklusive Installation des von dir gewählten Betriebssystems. Es gibt keine Warteschlange und keine Freischaltung von Hand. Die Zugangsdaten findest du direkt danach im Webinterface.

Grundlegende. Du solltest dich per SSH verbinden können und auf der Kommandozeile grob zurechtfinden - beides lässt sich in einem Nachmittag lernen. Wichtig ist vor allem das Bewusstsein, dass mit dem Root-Zugriff auch die Verantwortung für Updates, Firewall und Zugangsdaten bei dir liegt. Wer das nicht möchte, fährt mit einem Webspace besser.

Ja, jederzeit und selbstständig über das Webinterface. Die Neuinstallation dauert nur wenige Minuten. Beachte dabei: Sie löscht alle Daten auf dem Server. Sichere also vorher alles, was du behalten willst.

Nutze die VNC-Konsole im Webinterface. Sie funktioniert unabhängig von SSH und Firewall und gibt dir direkten Zugriff auf das System, um die problematische Änderung rückgängig zu machen. Im äußersten Fall installierst du das Betriebssystem über das Webinterface neu.

Für die erste Anmeldung ja, danach besser nicht. Lege einen normalen Benutzer an und nimm ihn in die Gruppe sudo auf. So arbeitest du im Alltag mit eingeschränkten Rechten und hebst sie nur dann an, wenn es nötig ist. Das reduziert sowohl das Risiko eigener Fehler als auch die Angriffsfläche von außen.

Noch keinen vServer?

Alle Tarife laufen mit NVMe-SSD im RAID 1, vollem Root-Zugriff und unlimitiertem Traffic. Die Bereitstellung dauert rund 120 Sekunden, abgerechnet wird prepaid ohne Vertragsbindung.

vServer-Tarife & Preise ansehen