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Entscheidung 1: Java oder Bedrock
Die erste Weiche bestimmt alles Weitere. Java ist die Edition mit dem großen Plugin- und Mod-Ökosystem, Bedrock die für Konsole, Mobile und die Windows-Edition.
Wenn Konsolenspieler mitspielen sollen, heißt das nicht zwingend Bedrock: Ein Java-Server mit Geyser lässt Bedrock-Clients zu und behält gleichzeitig die Plugin-Vielfalt. Details in Java vs. Bedrock und Crossplay einrichten.
Entscheidung 2: die Server-Software
Sie legt fest, was überhaupt möglich ist - und damit den Grundbedarf:
| Software | wofür | Grundbedarf |
|---|---|---|
| Vanilla | pur, ohne Erweiterungen | niedrig |
| Paper | Plugins, gute Performance | niedrig bis mittel |
| Fabric | Mods, schlank | mittel |
| Forge | Mods und große Modpacks | hoch |
| Netzwerk | mehrere Server unter einer Adresse | je Teilserver rechnen |
Faustregel: Plugins sind günstig, Mods sind teuer. Wer nur Verwaltung, Ränge und Schutzfunktionen will, fährt mit Paper deutlich sparsamer als mit einem Modpack.
Entscheidung 3: Erweiterungen
Der größte einzelne Hebel auf den Bedarf. Der Unterschied zwischen einem Paper-Server mit zehn Plugins und einem Modpack mit 200 Mods ist größer als jeder andere Faktor.
- Plugins laufen nur serverseitig, die Spieler installieren nichts.
- Mods verändern das Spiel und müssen auch beim Client passen.
- Modpacks nennen meist eine eigene RAM-Empfehlung - die hat Vorrang vor allen Faustwerten.
Die Installation beschreibt Plugins & Mods installieren, die Richtwerte stehen in Wie viel RAM braucht ein Minecraft Server?.
Entscheidung 4: Sichtweite und Spielweise
Der oft übersehene Punkt: Wie ihr spielt, verändert den Bedarf erheblich.
- Alle bauen an einem Ort - günstig, wenige Chunks gleichzeitig aktiv.
- Jeder erkundet allein - teuer, viele Weltbereiche parallel geladen.
- Hohe
view-distance- der Aufwand wächst quadratisch mit dem Wert. - Große Farmen - kosten dauerhaft, auch wenn niemand danebensteht.
Beide Sichtweiten stehen in der server.properties. Wie sie sich auf die Tickrate auswirken, zeigt Lag und TPS.
Was du nicht einplanen musst: die Slot-Zahl
Bei vielen Anbietern ist die Spielerzahl der eigentliche Preisknopf: Jeder zusätzliche Slot kostet extra. Bei uns entfällt diese Rechnung - die Slots sind unbegrenzt, bezahlt werden RAM, Speicher und Leistung. Die Grenze setzt damit nicht der Tarif, sondern der Arbeitsspeicher.
Für die Planung ändert das die Leitfrage. Sie lautet nicht „für wie viele Spieler reicht der Tarif", sondern „was macht diese Runde mit dem Server". Zehn Leute, die gemeinsam an einer Basis bauen, kosten weniger als fünf, die in alle Himmelsrichtungen ausschwärmen und dabei laufend neue Chunks erzeugen.
Ein eigenes Limit kannst du trotzdem setzen: max-players in der server.properties deckelt die Zahl gleichzeitiger Spieler, eine Whitelist legt fest, wer überhaupt hereinkommt. Beides ist eine Entscheidung über den Charakter deines Servers, keine technische Notwendigkeit.
Speicherplatz: der zweite Wert neben dem RAM
Der Arbeitsspeicher bekommt bei der Planung die ganze Aufmerksamkeit, der Plattenplatz wird meist vergessen - dabei wächst er stetig und aus ganz anderen Gründen:
- Erkundung. Jeder betretene Chunk wird dauerhaft gespeichert. Eine Welt wächst also mit den zurückgelegten Wegen, nicht mit der Spielzeit.
- Modpacks. Sie bringen schon vor der ersten Welt eine erhebliche Datenmenge mit.
- Mehrere Welten. Jede zusätzliche Welt belegt eigenen Platz - siehe mehrere Welten betreiben.
- Sicherungen. Kopien, die du auf dem Server liegen lässt, zählen voll mit.
Gegen unkontrolliertes Wachstum hilft eine Weltgrenze, die das erkundbare Gebiet von vornherein begrenzt - das ist auch dann sinnvoll, wenn der Platz reicht, weil kleinere Welten schneller geladen und gesichert sind. Sicherungen gehören ohnehin nicht dauerhaft auf denselben Server: Du ziehst sie per SFTP oder über den WebFTP-Dateimanager auf deinen Rechner, der Ablauf steht in Backups erstellen.
Vier typische Vorhaben
| Vorhaben | Auslegung |
|---|---|
| Survival mit Freunden | Paper oder Vanilla, wenige Plugins, moderate Sichtweite - kleiner Tarif genügt |
| Community-Server mit Rängen | Paper, 10-20 Plugins, Whitelist optional - mittlerer Tarif |
| Modpack-Runde | Forge oder Fabric, Empfehlung des Packs beachten - großer Tarif |
| Netzwerk mit Minispielen | Proxy plus mehrere Teilserver - je Teilserver einzeln rechnen |
Der pragmatische Rat: Fang eher klein an. Ein Server, der gut läuft und später wächst, ist besser als einer, der von Anfang an überdimensioniert bezahlt wird - und dank Prepaid ohne Vertrag kostet ein Wechsel keine Bindung. Die Tarife stehen auf der Minecraft-Produktseite.
Was sich später leicht ändern lässt - und was nicht
Nicht jede der vier Entscheidungen wiegt gleich schwer. Diese Rangfolge hilft, die Sorgfalt dorthin zu legen, wo sie sich auszahlt:
- Der Tarif ist die unkritischste Entscheidung. Ein Up- oder Downgrade ist jederzeit möglich, Welt, Plugins und Konfiguration bleiben erhalten. Beim Downgrade muss der Bedarf allerdings zum kleineren Paket passen - ein großes Modpack gibt seinen Speicher nicht wieder her.
- Die Sichtweite änderst du in einer Minute. Sie steht in der server.properties und wirkt nach einem Neustart. Wenn es ruckelt, ist sie der erste Hebel und nicht der Tarif - was dabei zusammenhängt, zeigt Lag und TPS.
- Die Server-Software lässt sich wechseln, kostet aber Vorbereitung. Von Vanilla zu Paper ist der Schritt meist unkritisch. Der Wechsel zu Forge oder Fabric bringt neue Blöcke in die Welt - und auf dem Rückweg fehlen genau diese Blöcke.
- Die Edition ist eine Einbahnstraße. Java-Welten lassen sich nicht ohne Weiteres in Bedrock öffnen und umgekehrt genauso wenig. Ein Wechsel bedeutet in der Praxis einen Neuanfang, mehr dazu in Java vs. Bedrock.
Praktisch heißt das: Überlege bei Edition und Software zweimal, beim Tarif nur einmal. Und wenn du eine bestehende Welt mitbringst, plane sie von Anfang an mit ein - der Umzug selbst ist unkompliziert, siehe Welt hochladen, aber sie legt Version und Software bereits weitgehend fest.
Wie viel Arbeitsspeicher ein Vorhaben konkret braucht und woran du im laufenden Betrieb erkennst, dass er wirklich der Engpass ist, behandelt Wie viel RAM braucht ein Minecraft Server?. Diese Seite bleibt bei der Planung davor.
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