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Richtwerte nach Servertyp
Die folgenden Werte sind Erfahrungswerte für einen stabil laufenden Server, nicht das absolute Minimum zum Starten:
| Servertyp | Spieler | Richtwert RAM |
|---|---|---|
| Vanilla / Paper | bis 10 | 2-4 GB |
| Paper mit Plugins | 10-30 | 4-6 GB |
| Kleines Modpack | bis 10 | 6-8 GB |
| Großes Modpack | bis 15 | 8-12 GB |
| Netzwerk mit Proxy | variabel | je Teilserver rechnen |
Auffällig ist der Sprung bei Modpacks: Ein Pack mit 200 Mods belegt schon im Leerlauf mehr Speicher als ein voller Vanilla-Server. Mehr dazu in Modpacks hosten.
Was den Bedarf wirklich treibt
Vier Faktoren, in etwa dieser Reihenfolge:
- Mods und Plugins - der mit Abstand größte Hebel. Jede Mod bringt eigene Blöcke, Rezepte und Weltgeneratoren mit, die dauerhaft im Speicher liegen.
- view-distance und simulation-distance - beide bestimmen, wie viele Chunks der Server gleichzeitig vorhält. Die Werte stehen in der server.properties.
- Verteilung der Spieler - zehn Spieler an zehn weit entfernten Orten laden ein Vielfaches der Chunks von zehn Spielern an einem Ort.
- Weltgröße und Entities - große Farmen mit vielen Mobs oder Item-Entities kosten dauerhaft Speicher.
Die reine Slot-Zahl steht bewusst nicht in dieser Liste: Bei uns sind die Slots ohnehin unbegrenzt, und sie sagen für sich genommen wenig über den Bedarf aus.
Zugewiesener Speicher und tatsächlicher Verbrauch
Zwei Missverständnisse führen bei der Beurteilung regelmäßig in die Irre.
Erstens: Der Speicher, den Minecraft als Java-Heap nutzen darf, ist nicht der gesamte Speicherbedarf des Prozesses. Daneben braucht die Java-Laufzeitumgebung Platz für geladene Klassen, Threads und Netzwerkpuffer. Wer den kompletten Speicher eines Pakets als Heap ansetzt, lässt für diesen Teil nichts übrig - das Ergebnis sind Abbrüche, obwohl der Heap rechnerisch reichen müsste.
Zweitens: Ein hoher Füllstand ist für sich genommen kein Alarmzeichen. Java gibt belegten Speicher nicht sofort zurück, sondern räumt erst auf, wenn es eng wird. Der Verlauf sieht deshalb aus wie ein Sägezahn: langsam ansteigen, plötzlich abfallen. Entscheidend ist nicht der Höchststand, sondern ob nach einer Bereinigung wieder spürbar Luft entsteht.
Daraus folgt die Beurteilungsregel: Bleibt der Wert dauerhaft am Anschlag und fällt auch nach dem Aufräumen kaum, ist der Speicher wirklich zu knapp. Pendelt er dagegen weit auf und ab, arbeitet der Server normal - dann ist Ruckeln ein anderes Problem.
Woran erkenne ich, dass der RAM knapp ist?
Nicht jedes Ruckeln ist ein Speicherproblem. Auf zu wenig RAM deuten hin:
- Abbrüche mit
java.lang.OutOfMemoryErroroderCould not reserve enough space for object heapim Log. - Regelmäßige, kurze Aussetzer im Sekundentakt - typisch für dauernd laufende Garbage Collection.
- Der Server wird über Stunden zunehmend träge und ist nach einem Neustart wieder flüssig.
Bleibt der Speicher unauffällig und der Server ruckelt trotzdem, liegt es meist an der CPU-Last oder an einzelnen Plugins - das behandelt Lag und TPS.
Speicher sparen statt aufstocken
Bevor du zum nächstgrößeren Paket greifst, lohnt der Blick darauf, was den Speicher überhaupt belegt. Diese Hebel wirken nach einem Neustart und kosten nichts:
- Sichtweite senken.
view-distanceundsimulation-distancebestimmen, wie viele Chunks gleichzeitig vorgehalten werden. Der Aufwand wächst überproportional mit dem Wert - schon zwei Stufen weniger sind deutlich spürbar. - Entities aufräumen. Große Mob-Farmen und Haufen liegengebliebener Items kosten dauerhaft, auch wenn niemand danebensteht.
- Ungenutzte Welten entfernen. Jede geladene Welt hält eigene Chunks im Speicher - siehe mehrere Welten betreiben.
- Erweiterungen ausmisten. Plugins und Mods, die niemand mehr nutzt, belegen trotzdem Speicher. Was wofür zuständig ist, klärt Plugins & Mods installieren.
Nimm die Punkte einzeln in Angriff, nicht alle auf einmal - sonst weißt du hinterher nicht, was gewirkt hat. Erst wenn sie abgearbeitet sind und der Server weiterhin an die Grenze stößt, ist ein größeres Paket der richtige Schritt.
Umgekehrt gilt: Steht die Entscheidung noch aus und der Server ist noch gar nicht bestellt, führt Servergröße planen von der anderen Seite heran - über Edition, Software und Spielweise statt über Symptome im Betrieb.
Neustarts geben Speicher zurück - lösen aber nichts
Ein Neustart setzt den Speicher sauber zurück: Alle Chunks werden entladen, aufgelaufene Objekte verschwinden, der Server beginnt mit freiem Heap. Über den Neustart-Zeitplaner im Webinterface legst du dafür eine feste Zeit fest, am besten nachts, wenn niemand spielt.
Das ist gute Hygiene, besonders bei großen Modpacks. Es ersetzt aber keine Ursachenanalyse. Kommt dein Server ohne täglichen Neustart nicht durch einen Abend, ist entweder der Speicher zu knapp bemessen, oder eine einzelne Erweiterung gibt belegte Objekte nicht wieder frei.
Verkürze deshalb nicht die Abstände, bis es gerade so passt, sondern beobachte, was zwischen zwei Neustarts anwächst. Wird der Engpass nach jedem Neustart schneller erreicht, deutet das auf Entities oder eine Erweiterung hin. Steigt der Verbrauch dagegen gleichmäßig mit der Zahl der Spieler und der Größe der besiedelten Fläche, ist es schlicht die Auslegung - dann hilft nur mehr Speicher oder eine kleinere Sichtweite.
Mehr RAM ist nicht immer die Lösung
Minecraft ist in weiten Teilen single-thread-limitiert: Der Welt-Tick läuft im Wesentlichen auf einem Kern. Wenn dieser Kern ausgelastet ist, ändert zusätzlicher Arbeitsspeicher nichts an der Tickrate.
Ebenso wenig hilft es, einem kleinen Vanilla-Server 16 GB zuzuweisen - sehr große Heaps können die Pausen der Speicherbereinigung sogar verlängern. Sinnvoll ist, den Bedarf am tatsächlichen Servertyp auszurichten und ihn dann zu beobachten.
Unsicher bei der Paketwahl? Die Ausstattung je Tarif steht auf der Minecraft-Produktseite.
Häufige Fragen
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