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Was ein Slot ursprünglich war
Ein Slot ist ein Platz für einen gleichzeitig verbundenen Spieler. Ein 10-Slot-Server ließ zehn Leute rein, der elfte bekam „Server voll".
Das Modell hatte seinen Sinn: Bei klassischen Shooter-Servern hing die Last recht direkt an der Spielerzahl. Jeder zusätzliche Spieler bedeutete ungefähr denselben Mehraufwand, also war die Slot-Zahl ein brauchbares Maß.
Bei modernen Survival- und Sandbox-Spielen stimmt das nicht mehr. Dort bestimmen Welt, Objekte und Mods die Last - und die laufen weiter, auch wenn niemand online ist.
Warum Slots heute wenig aussagen
Drei Beispiele, die das Modell aushebeln:
- Ein Minecraft-Modpack mit 200 Mods braucht im Leerlauf mehr Speicher als ein voller Vanilla-Server mit 20 Spielern.
- Zehn verstreute Spieler laden ein Vielfaches der Chunks von zehn Spielern an einem Ort - gleiche Slot-Zahl, völlig andere Last.
- Eine große Rust-Karte mit vielen Basen kostet Rechenzeit, auch wenn gerade niemand spielt.
Deshalb sind bei uns die Slots unbegrenzt. Du zahlst für die Ausstattung des Servers, nicht für die Zahl deiner Freunde. Was der Server tatsächlich trägt, entscheiden RAM und CPU-Leistung - siehe Wie viel RAM brauche ich?.
Was stattdessen limitiert
Wenn nicht die Slots - was dann? In dieser Reihenfolge:
- Arbeitsspeicher. Reicht er nicht, bricht der Server ab oder ruckelt dauerhaft.
- CPU-Leistung pro Kern. Fast alle Spieleserver rechnen die Welt in einem einzelnen Thread. Ist dieser Kern ausgelastet, sinkt die Tickrate - und mehr RAM ändert daran nichts.
- Das Spiel selbst. Manche Titel haben eigene Obergrenzen oder werden ab einer bestimmten Spielerzahl unrund, unabhängig von der Hardware.
Praktische Folge: Unbegrenzte Slots heißen nicht unbegrenzt viele Spieler. Sie heißen, dass die Spielerzahl keine künstliche Preisschranke ist - die tatsächliche Grenze setzt die Ausstattung.
Wie viele Spieler dein Server wirklich trägt
Auf diese Frage gibt es keine allgemeingültige Zahl - und wer eine nennt, kennt deine Welt und deine Mods nicht. Was es gibt, ist ein Verfahren, das in einer Woche belastbarer ist als jede Tabelle:
- Vom Speicherbedarf ausgehen. Die Richtwerte je Spiel stehen in Wie viel RAM braucht ein Gameserver?. Sie gelten für eine kleine bis mittlere Runde und sind der brauchbarste Startpunkt.
- Klein anfangen. Erst mit der eigenen Gruppe spielen, dann öffnen. Ein Server, der in Woche eins mit fünf Leuten sauber läuft, sagt mehr aus als jede Rechnung.
- Auf das Verhalten achten, nicht auf die Zahl. Verzögerte Reaktionen, verspätete Treffer und stockende Gegner sind die Signale. Bei Minecraft lässt sich das an der Tickrate ablesen, siehe Lag und TPS; in anderen Spielen merkst du es zuerst am Kampfgefühl.
- Den Vollbetrieb testen, nicht den Leerlauf. Ein Server, der abends um acht mit allen gleichzeitig läuft, ist der Prüffall - nicht der Nachmittag mit zwei Leuten.
Wichtig ist dabei, was du veränderst: Ein Modpack, eine größere Karte oder ein Overhaul verschieben die Grenze deutlich stärker als drei zusätzliche Mitspieler. Wenn eine Runde nach einem Mod-Update plötzlich ruckelt, obwohl niemand dazugekommen ist, liegt es nicht an der Spielerzahl - und ein Slot-Modell hätte diesen Fall nie abgebildet.
Eine eigene Obergrenze setzen
Oft ist es sinnvoll, selbst eine Grenze zu ziehen - etwa damit eine Community-Welt nicht überrannt wird. Jedes Spiel bringt dafür einen eigenen Wert mit:
| Spiel | Einstellung |
|---|---|
| Minecraft | max-players in der server.properties |
| DayZ | maxPlayers in der serverDZ.cfg |
| Project Zomboid | MaxPlayers in der servertest.ini |
| 7 Days to Die | ServerMaxPlayerCount in der serverconfig.xml |
| Terraria | maxplayers in der serverconfig.txt |
| Rust | server.maxplayers in der server.cfg |
Wer den Kreis dauerhaft klein halten will, arbeitet zusätzlich mit einer Whitelist - für Minecraft beschrieben in Whitelist einrichten.
Eine selbst gesetzte Grenze hat drei praktische Gründe, die mit dem Preis nichts zu tun haben: Sie hält die Last planbar, sie verhindert, dass ein öffentlich gelisteter Server über Nacht überrannt wird, und sie macht Moderation überhaupt erst machbar. Setze den Wert deshalb bewusst auf das, was deine Runde vertragen soll - unbegrenzte Slots heißen nicht, dass die Tür offen stehen muss.
Was Slot-Angebote im Vergleich verdecken
Beim Preisvergleich zwischen Anbietern führt das Slot-Modell regelmäßig in die Irre. Drei Punkte, auf die es dabei ankommt:
- Der Einstiegspreis gilt für die kleinste Stufe. Ein Angebot mit zehn Plätzen wirkt günstig - bis der elfte Mitspieler dazukommt und ein Upgrade fällig wird, obwohl sich an der eigentlichen Last kaum etwas geändert hat.
- Slots sagen nichts über die Ausstattung. Zwei Angebote mit derselben Slot-Zahl können sich im Arbeitsspeicher um das Dreifache unterscheiden. Vergleichbar wird es erst, wenn du RAM und CPU-Ausstattung nebeneinanderlegst.
- Modpacks fallen komplett heraus. Genau der Fall, der am meisten Leistung braucht, wird vom Slot-Preis gar nicht erfasst - ein Server mit acht Plätzen und einem großen Modpack braucht mehr als ein Vanilla-Server mit dreißig.
Deshalb rechnen wir nach Ausstattung ab und nicht nach Köpfen: Der Preis folgt dem, was der Server tatsächlich leisten muss. Wie sich dieser Preis zusammensetzt, steht in Was kostet ein Gameserver?; warum die Abrechnung dabei über Guthaben statt über einen Vertrag läuft, erklärt Prepaid oder Abo?. Und wer die Spielerzahl gar nicht begrenzen, sondern gleich mehrere Dienste auf einer Maschine betreiben will, findet die Abwägung in Gameserver oder vServer?.
Häufige Fragen
Gameserver mit unbegrenzten Slots
Zwölf Spiele, unbegrenzte Slots, DDoS-Schutz mit 250 GBit/s und Prepaid ohne Kündigungsfrist - Standort Frankfurt am Main.
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