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Wo die server.cfg liegt und wann sie greift
Die server.cfg liegt im cfg-Verzeichnis des Servers und wird beim Start automatisch ausgeführt - allerdings bevor die Modus-Configs geladen werden. Das ist der entscheidende Punkt.
Counter-Strike 2 lädt Konfigurationen grob in dieser Reihenfolge:
- Startparameter der Kommandozeile
server.cfg- die Modus-Config, die zu
game_modeundgame_typepasst - alles, was du selbst per
execnachlädst
Daraus folgt die häufigste Enttäuschung: Ein Wert, den du in die server.cfg schreibst, kann von der Modus-Config überschrieben werden. Wer sicher gehen will, lädt seine Werte am Ende per eigener Config nach.
Die Grundausstattung
Ein sinnvolles Minimum für einen öffentlichen Server:
hostname "Mein CS2 Server"
sv_setsteamaccount "DEIN_GSLT"
rcon_password "sicheres-passwort"
sv_password ""
sv_lan 0
sv_cheats 0
sv_setsteamaccount- ohne gültiges Token ist der Server nicht öffentlich sichtbar. Siehe GSLT erstellen.sv_lan 0- bleibt der Wert auf 1, ist der Server nur im lokalen Netz erreichbar.sv_password ""- leer lassen für einen offenen Server, sonst kommt niemand ohne Passwort rein.rcon_password- gehört gesetzt und nicht weitergegeben. Siehe RCON-Befehle.
Spielregeln: Runden, Zeit und Geld
Die Werte, die den Spielablauf bestimmen. Sie gehören meist in eine eigene Config, weil die Modus-Config sie sonst überschreibt:
| Convar | Bedeutung |
|---|---|
mp_maxrounds | Runden bis zum Spielende |
mp_overtime_enable | Verlängerung bei Gleichstand |
mp_roundtime / mp_roundtime_defuse | Rundenlänge in Minuten |
mp_freezetime | Kaufphase zu Rundenbeginn |
mp_startmoney / mp_maxmoney | Start- und Höchstguthaben |
mp_friendlyfire | Schaden im eigenen Team |
mp_autoteambalance | automatischer Teamausgleich |
Damit Änderungen an Rundenwerten sofort greifen, hilft mp_restartgame 1 - sonst wirken viele erst zur nächsten Halbzeit.
Eigene Configs per exec
Der saubere Weg für alles, was nicht überschrieben werden soll: eine eigene Datei im cfg-Ordner anlegen und gezielt laden.
exec meinserver.cfg
Praktisch ist es, je Betriebsart eine eigene Datei zu führen - etwa competitive.cfg, practice.cfg und dm.cfg - und beim Umschalten die passende auszuführen. Eine fertige Übungsconfig zeigt Practice-Config erstellen.
Zwei Regeln, die viel Ärger sparen: keine Dateiendung vergessen und den Dateinamen ohne Pfad angeben - exec sucht relativ zum cfg-Verzeichnis.
Configs hochladen und sicher ändern
Die Dateien liegen im cfg-Verzeichnis der Serverinstallation, also unter game/csgo/cfg/. Du bearbeitest sie über den WebFTP-Dateimanager oder per SFTP - dieselben Zugänge, mit denen du auch Demos und Plugins verwaltest.
- Vor jeder größeren Änderung eine Kopie ablegen. Eine zweite Datei neben der aktiven kostet nichts und rettet im Zweifel den Abend. Automatische Sicherungen gibt es nicht, Backups sind durchgehend Self-Service.
- Reine Textdateien verwenden. Ein Editor, der Formatierungen mitschreibt, macht aus einer gültigen Config eine unlesbare Datei.
- Eine Sache pro Durchgang ändern. Wer fünf Werte gleichzeitig anfasst und danach einen Fehler sieht, sucht fünfmal so lange.
- Sprechende Dateinamen vergeben.
competitive.cfgunddm.cfgsagen dir in einem halben Jahr noch, was drinsteht -test2.cfgnicht.
Eine geänderte Datei wirkt nicht von selbst: Der Server hält die alte Fassung noch. Lade sie per exec neu oder starte den Server neu. Genau daran scheitert die Fehlersuche erstaunlich oft - die Datei ist längst richtig, nur nie neu eingelesen worden.
Eine Config testen, bevor du sie fest einbaust
Der schnellste Weg zu einer Config, die tut was sie soll, führt über RCON: Werte im laufenden Betrieb setzen, das Verhalten prüfen und erst danach in die Datei übernehmen. Der umgekehrte Weg - schreiben, neu starten, wundern - kostet bei jedem Versuch einen Serverstart.
- Den Wert per RCON setzen und im Spiel prüfen, ob er das gewünschte Ergebnis bringt.
- Den Convar-Namen ohne Wert eingeben - der Server gibt den aktuellen Stand aus.
- Bei Rundenwerten
mp_restartgame 1hinterher, sonst greifen sie erst zur nächsten Halbzeit. - Den bestätigten Wert in die Datei übernehmen und die Config einmal komplett neu laden.
- Den Server neu starten und gegenprüfen - erst das beweist, dass der Wert die Ladereihenfolge übersteht.
Der letzte Schritt ist der wichtigste, denn per RCON gesetzte Werte überleben den nächsten Kartenwechsel in der Regel nicht. Was dauerhaft gelten soll, muss aus einer Datei kommen, die bei jedem Start gelesen wird.
Auf dieser Trennung baut die ganze Praxis auf: eine Betriebsart, eine Datei, ein Befehl zum Umschalten. Wie sich daraus je eine Config für Wettkampf, Übung und Deathmatch ergibt und wie der Wechsel an einem Spieltag abläuft, zeigt das Turnier- und LAN-Setup. Bot-Werte gehören aus demselben Grund in eine eigene Datei, siehe Bots einrichten.
Häufige Fehler
- Wert wird überschrieben - er steht in der server.cfg, die Modus-Config setzt ihn danach neu. Lösung: per exec nachladen.
- Nicht geschlossene Anführungszeichen beim
hostname- macht die folgenden Zeilen wirkungslos. - Kommentare mit falschem Zeichen - in CS2-Configs beginnen Kommentare mit
//. - Convar existiert nicht mehr - CS2 hat einige CS:GO-Werte entfernt, allen voran alles rund um die Tickrate. Siehe Sub-Tick erklärt.
Ob ein Wert tatsächlich angekommen ist, prüfst du in der Konsole, indem du den Convar-Namen ohne Wert eingibst - der Server gibt dann den aktuellen Stand aus.
Häufige Fragen
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