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Erste Regel: nichts überstürzen
Bevor du irgendetwas änderst, zwei Handgriffe:
- Backup ziehen - auch vom kaputten Zustand. Das klingt widersinnig, ist aber wichtig: Wenn ein Reparaturversuch die Lage verschlimmert, willst du zumindest dorthin zurückkommen, wo du angefangen hast. Der Plesk-Backup-Manager erledigt das in wenigen Minuten.
- Aufschreiben, was zuletzt passiert ist. Ein Update, ein neues Plugin, eine geänderte Einstellung, ein PHP-Versionswechsel? In den allermeisten Fällen liegt genau dort die Ursache - und die Suche wird deutlich kürzer, wenn du mit dem letzten Eingriff beginnst statt mit einer allgemeinen Fehlersuche.
Wichtig zu wissen: Wir legen keine automatischen Sicherungen für dich an. Ein Backup existiert nur, wenn du es erstellt hast.
Das Debug-Log einschalten
Eine weiße Seite ist deshalb so unangenehm, weil sie nichts verrät. Genau das lässt sich ändern: WordPress kann Fehler in eine Datei schreiben, statt sie zu verschlucken. Öffne die wp-config.php im Dokumentenstammverzeichnis - per FTP oder über den Dateimanager in Plesk - und trag oberhalb der Zeile mit /* That's all, stop editing! */ ein:
define('WP_DEBUG', true);
define('WP_DEBUG_LOG', true);
define('WP_DEBUG_DISPLAY', false);
Die dritte Zeile ist die entscheidende: Sie sorgt dafür, dass die Meldungen nicht für Besucher sichtbar werden, sondern nur in der Datei wp-content/debug.log landen. Ruf danach die fehlerhafte Seite einmal auf und öffne die Datei - die letzte Zeile nennt Datei und Zeilennummer, in der es klemmt. Meist steht dort bereits der Name des verursachenden Plugins im Pfad.
Nach der Fehlersuche wieder abschalten. Setz WP_DEBUG zurück auf false und lösche die Datei debug.log. Sie wächst sonst unbemerkt weiter und ist im Zweifel über die Adresse abrufbar.
Ergänzend lohnt der Blick in die Serverprotokolle: In Plesk findest du unter Protokolle das Fehlerprotokoll des Webservers, das auch dann etwas enthält, wenn WordPress selbst gar nicht mehr startet.
Weiße Seite oder "kritischer Fehler"
Beides ist dasselbe Problem in zwei Darstellungen: Ein PHP-Fehler bricht die Ausführung ab. Die Ursache ist in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle ein Plugin oder ein Theme - und das grenzt du so ein:
- Alle Plugins auf einmal abschalten. Kommst du noch ins Backend, geht das dort. Wenn nicht: Benenne per FTP das Verzeichnis
wp-content/pluginsinplugins-ausum. WordPress findet dann keine Erweiterungen mehr und deaktiviert sie sämtlich. - Seite prüfen. Läuft sie wieder, war es ein Plugin. Benenne das Verzeichnis zurück - alle Plugins sind jetzt deaktiviert, aber vorhanden.
- Einzeln wieder einschalten und nach jedem Schritt die Seite aufrufen. Das Plugin, bei dem der Fehler zurückkehrt, ist der Verursacher.
- Bleibt der Fehler auch ohne Plugins, liegt es am Theme. Wechsle testweise auf ein Standard-Theme, etwa Twenty Twenty-Four.
Hast du den Verursacher gefunden, ist die Lösung meist ein Update - oder, wenn das Plugin seit Jahren nicht gepflegt wird, ein Ersatz. Ein Plugin, das mit einer aktuellen PHP-Version nicht mehr läuft, wird auch künftig Probleme machen.
500 Internal Server Error
Der 500er ist kein WordPress-Fehler im engeren Sinne, sondern die Meldung des Webservers, dass die Anfrage nicht bearbeitet werden konnte. Die drei häufigsten Ursachen:
- Fehlerhafte .htaccess. Benenne die Datei testweise um. Ist die Seite danach erreichbar, lag es daran - lass WordPress unter Einstellungen > Permalinks eine neue erzeugen, indem du dort einfach speicherst. Mehr dazu im Ratgeber .htaccess & Weiterleitungen.
- Arbeitsspeicher erschöpft. Trag in der
wp-config.phpein:define('WP_MEMORY_LIMIT', '256M');
Reicht das nicht, lässt sich das Speicherlimit zusätzlich in den PHP-Einstellungen der Domain anheben. - Beschädigte Kerndateien. Nach einem abgebrochenen Update. Lad eine frische WordPress-Fassung herunter und ersetze die Verzeichnisse
wp-adminundwp-includesvollständig - deine Inhalte liegen inwp-contentund in der Datenbank und bleiben davon unberührt.
Fehler beim Aufbau der Datenbankverbindung
Diese Meldung ist eindeutig: WordPress erreicht seine Datenbank nicht. Prüf der Reihe nach:
- Zugangsdaten in der
wp-config.php. Datenbankname, Benutzer und Passwort müssen exakt zu dem passen, was in Plesk unter Datenbanken hinterlegt ist. Als Host steht dort in aller Regellocalhost. - Passwort kürzlich geändert? Ein in Plesk neu gesetztes Datenbankpasswort muss auch in der
wp-config.phpnachgetragen werden - das passiert nicht automatisch. - Datenbank vorhanden? Öffne phpMyAdmin aus Plesk heraus und sieh nach, ob die Tabellen tatsächlich da sind. Nach einem unvollständigen Umzug fehlen sie gelegentlich.
Tritt der Fehler nur zeitweise auf, während die Seite sonst läuft, deutet das eher auf eine überlastete Anwendung hin als auf falsche Zugangsdaten - dann lohnt der Blick in den Ratgeber Website beschleunigen.
Weitere häufige Fehlerbilder
| Symptom | Übliche Ursache und Lösung |
|---|---|
| Endlose Weiterleitung | HTTPS wird an mehreren Stellen gleichzeitig erzwungen - in Plesk, in der .htaccess und im CMS. Genau eine Stelle darf es übernehmen. |
| Nur die Startseite lädt, Unterseiten geben 404 | Permalink-Regeln fehlen. Unter Einstellungen > Permalinks einmal speichern, damit die .htaccess neu geschrieben wird. |
| Gemischte Inhalte, kein Schloss | Nach der SSL-Umstellung stehen noch http-Adressen in der Datenbank. Mit einer Such-und-Ersetzen-Erweiterung bereinigen. |
| Upload schlägt fehl | Datei größer als das Upload-Limit. In den PHP-Einstellungen der Domain anheben - je nach Paket sind 10 bis 100 MB vorgesehen. |
| Seite nach Umzug leer | Alte Adressen in der Datenbank. Site-URL und Home in den Einstellungen prüfen. |
| Kein Zugang zum Backend | Passwort direkt in phpMyAdmin zurücksetzen oder über das WordPress Toolkit in Plesk anmelden. |
Vorbeugen: auf einer Kopie testen
Die meisten dieser Fehler entstehen bei Updates - und lassen sich vermeiden, indem Updates nicht auf der Live-Seite ausprobiert werden. Das WordPress Toolkit in Plesk bringt dafür alles mit:
- Klonen. Eine vollständige Kopie der Seite, üblicherweise auf einer Subdomain. Dort spielst du das Update ein und siehst, ob etwas bricht.
- Automatische Updates. Lassen sich getrennt für Core, Plugins und Themes einstellen. Sicherheitsupdates des Kerns automatisch einzuspielen ist in fast allen Fällen die richtige Wahl.
- Sicherheitsprüfung. Prüft die Installation gegen eine Liste bekannter Schwachstellen und härtet sie auf Wunsch ab.
Und die Grundregel, die alle anderen ersetzt: vor jedem größeren Update ein Backup. Zwei Minuten vorher ersparen im Zweifel einen ganzen Abend hinterher - die Einrichtung beschreibt der Ratgeber Backup erstellen & einspielen.
Häufige Fragen
WordPress Toolkit inklusive
Das WordPress Toolkit in Plesk gehört zu jedem Webspace-Paket: Updates, Sicherheitsprüfung und Staging-Kopien, auf denen sich Änderungen gefahrlos testen lassen, bevor sie live gehen.
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