Wofür du eine Datenbank brauchst
Statische Seiten aus reinen HTML-Dateien kommen ohne Datenbank aus. Sobald Inhalte dynamisch verwaltet werden - also bei WordPress, Joomla, einem Shop oder einem Forum - liegen Texte, Einstellungen und Benutzerkonten in einer Datenbank, während im Webspace nur der Programmcode und die Bilder liegen.
Als Datenbanksystem kommt auf dem Webspace MariaDB zum Einsatz - der weit verbreitete, zu MySQL kompatible Nachfolger. Anwendungen, die MySQL voraussetzen, laufen darauf unverändert; auch die Zugangsdaten und Werkzeuge sind dieselben. Aktuell setzen wir die LTS-Reihe MariaDB 10.11 ein.
Aus dem Zusammenspiel von Dateien und Datenbank folgt eine wichtige Konsequenz für Sicherungen: Eine Kopie der Dateien allein ist kein vollständiges Backup. Ohne den zugehörigen Datenbankstand fehlen sämtliche Inhalte. Mehr dazu im Ratgeber Backup erstellen und einspielen.
Datenbank in Plesk anlegen
- In Plesk den Bereich Datenbanken öffnen und auf Datenbank hinzufügen klicken.
- Einen Namen vergeben. Sprechende Namen helfen später - etwa
wp_hauptseitestattdb1. - Die zugehörige Domain auswählen, damit die Zuordnung nachvollziehbar bleibt.
- Im selben Dialog einen Datenbankbenutzer anlegen und ein langes, zufälliges Passwort vergeben.
- Speichern und die vier Werte notieren: Datenbankname, Benutzername, Passwort und Host.
Als Host gehört in aller Regel localhost in die Konfiguration deiner Anwendung, weil Webserver und Datenbank auf demselben System laufen.
Ein Benutzer pro Datenbank
Es ist verlockend, einen einzigen Datenbankbenutzer für alle Projekte zu verwenden. Tu es nicht. Wird eine Anwendung kompromittiert, hat der Angreifer sonst Zugriff auf sämtliche Datenbanken auf dem Webspace - inklusive der Benutzerkonten und Bestelldaten aller anderen Projekte.
Lege deshalb je Datenbank einen eigenen Benutzer mit eigenem Passwort an. Der Mehraufwand beträgt wenige Sekunden pro Installation.
Zugangsdaten in der Anwendung eintragen
Nach dem Anlegen trägst du die Zugangsdaten in die Konfiguration deiner Anwendung ein:
- WordPress: in der
wp-config.phpdie KonstantenDB_NAME,DB_USER,DB_PASSWORDundDB_HOST. - Joomla: in der
configuration.phpdie entsprechenden Felder. - Eigene Anwendungen: in der jeweiligen Konfigurationsdatei oder über Umgebungsvariablen.
Installierst du WordPress über das WordPress Toolkit, entfällt dieser Schritt - Datenbank, Benutzer und Konfiguration werden dabei automatisch erzeugt. Siehe WordPress installieren.
Verwalten mit phpMyAdmin
Aus der Datenbankübersicht in Plesk gelangst du mit einem Klick nach phpMyAdmin - eine grafische Oberfläche, mit der du Tabellen ansehen, Werte ändern und SQL-Abfragen ausführen kannst. Typische Aufgaben:
- Exportieren: Über den Reiter Exportieren erzeugst du einen vollständigen SQL-Dump als Datei - die Standardeinstellungen sind für Sicherungen und Umzüge geeignet.
- Importieren: Über Importieren spielst du einen Dump in eine leere Datenbank ein.
- Suchen und Ersetzen: Nach einem Domainwechsel oder einer SSL-Umstellung lassen sich alte Adressen per SQL-Abfrage austauschen.
- Aufräumen: Alte Revisionen, verwaiste Metadaten und Spam-Kommentare blähen WordPress-Datenbanken über die Jahre spürbar auf.
Vor jedem direkten Eingriff in die Datenbank gilt ausnahmslos: erst exportieren, dann ändern. Ein fehlerhaftes UPDATE lässt sich nicht rückgängig machen.
Große Dumps importieren
Der Import über phpMyAdmin ist an die maximale Upload-Größe von PHP gebunden. Die liegt je nach Paket bei 10 bis 100 MB - größere Dumps brechen dabei ab.
Zwei Auswege: Erhöhe in den PHP-Einstellungen der Domain die Werte für Upload-Größe und maximale Ausführungszeit (siehe PHP-Version und Einstellungen ändern), oder teile den Dump beim Export in mehrere Dateien auf. Bei sehr großen Datenbanken hilft dir der Support weiter.
Typische Fehlermeldungen
- „Fehler beim Aufbau einer Datenbankverbindung": Ein Wert in der Konfiguration stimmt nicht. Prüfe Datenbankname, Benutzer und Passwort - und dass als Host
localhosteingetragen ist. - „Access denied for user": Der Benutzer existiert, hat aber keine Rechte an dieser Datenbank. In Plesk die Zuordnung prüfen.
- Import bricht ohne Meldung ab: Datei zu groß oder Zeitlimit erreicht - siehe Abschnitt oben.
- Zeichensalat nach dem Import: Beim Export wurde eine andere Zeichenkodierung verwendet als beim Import. In beiden Schritten
utf8mb4nutzen.
Häufige Fragen
Datenbanken je nach Paket
Im Paket S sind 5 Datenbanken enthalten, im Paket XL 40. Jede CMS-Installation belegt genau eine - danach richtet sich, wie viele Projekte auf einen Webspace passen.
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