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Erst messen, dann schrauben
Bevor du irgendetwas änderst, brauchst du einen Ausgangswert - sonst weißt du hinterher nicht, ob die Änderung geholfen hat. Kostenlose Messwerkzeuge wie PageSpeed Insights oder WebPageTest liefern beides: eine Bewertung und eine nach Wirkung sortierte Liste der Bremsen.
Drei Werte lohnen den Blick:
- LCP - wann das größte sichtbare Element geladen ist. Fast immer ein Bild, und fast immer der Wert mit dem größten Verbesserungspotenzial.
- CLS - wie stark der Inhalt beim Laden noch verrutscht. Verursacht meist von Bildern ohne Größenangabe oder nachgeladenen Anzeigen.
- INP - wie schnell die Seite auf Klicks reagiert. Leidet unter zu viel JavaScript.
Miss auf einer Unterseite, nicht nur auf der Startseite - die ist oft die am besten optimierte Seite der ganzen Webpräsenz. Und miss mehrfach: Der erste Aufruf nach einer Änderung ist regelmäßig der langsamste, weil noch nichts zwischengespeichert ist.
Bilder: der mit Abstand größte Hebel
Bei einer typischen Webseite entfallen 60 bis 80 Prozent der übertragenen Datenmenge auf Bilder. Wer hier ansetzt, gewinnt mehr als mit allem anderen zusammen - und braucht dafür keine besonderen Kenntnisse.
- In der richtigen Größe hochladen. Der häufigste Fehler überhaupt: Ein Foto mit 4000 Pixeln Breite wird hochgeladen und im Layout auf 800 Pixel dargestellt. Der Browser lädt trotzdem alle 4000. Skaliere Bilder vorher auf die Größe, in der sie tatsächlich erscheinen.
- Modernes Format nutzen. WebP liefert bei gleicher sichtbarer Qualität deutlich kleinere Dateien als JPEG. Jeder aktuelle Browser stellt es dar, und die gängigen CMS erzeugen die Varianten auf Wunsch automatisch.
- Sinnvoll komprimieren. Bei Fotos ist eine JPEG-Qualität um 80 Prozent der übliche Kompromiss - der Unterschied ist am Bildschirm kaum sichtbar, die Datei aber deutlich kleiner.
- Nachladen aktivieren. Bilder unterhalb des sichtbaren Bereichs müssen nicht sofort geladen werden. Das Attribut
loading="lazy"setzen die meisten CMS von sich aus - mit einer wichtigen Ausnahme: Das oberste Bild der Seite sollte es nicht bekommen, sonst verschlechtert sich der LCP-Wert. - Breite und Höhe angeben. Stehen sie im Markup, reserviert der Browser den Platz sofort und der Inhalt springt beim Laden nicht mehr.
Nebeneffekt: Kleinere Bilder brauchen weniger Platz. Wenn dein Paket enger wird, lohnt vor dem Wechsel auf ein größeres oft erst ein Blick auf die Mediathek - siehe Wie viel Webspace brauche ich.
Browser-Cache über die .htaccess setzen
Statische Dateien - Bilder, Stylesheets, Schriften - ändern sich selten. Sie bei jedem Seitenaufruf erneut zu übertragen, ist verschenkte Zeit. Mit einer Angabe zur Gültigkeitsdauer legt der Browser sie stattdessen ab und nutzt die eigene Kopie:
<IfModule mod_expires.c>
ExpiresActive On
ExpiresByType image/jpeg "access plus 1 year"
ExpiresByType image/png "access plus 1 year"
ExpiresByType image/webp "access plus 1 year"
ExpiresByType text/css "access plus 1 month"
ExpiresByType application/javascript "access plus 1 month"
ExpiresByType font/woff2 "access plus 1 year"
</IfModule>
Der Eintrag gehört in die .htaccess im Dokumentenstammverzeichnis - wie du sie anlegst und was dabei schiefgehen kann, steht im Ratgeber .htaccess & Weiterleitungen.
Ein Punkt, der oft übersehen wird: Lange Gültigkeitsdauern bedeuten, dass Besucher Änderungen an einer Datei nicht mitbekommen. Wer ein Stylesheet ändert, sollte den Dateinamen mitändern oder einen Versionsparameter anhängen - sonst sehen wiederkehrende Besucher wochenlang die alte Fassung.
PHP-Version und Datenbank
PHP aktuell halten. Zwischen einer alten und einer aktuellen PHP-Version liegen bei dynamischen Seiten spürbare Unterschiede in der Ausführungsgeschwindigkeit - ohne dass du an deiner Seite selbst etwas ändern müsstest. Die Version stellst du pro Domain selbst um, die Anleitung steht unter PHP-Version ändern. Zieh vorher ein Backup: Erweiterungen, die auf entfernte Funktionen setzen, fallen bei einem Versionssprung sonst ohne Vorwarnung aus.
Datenbank aufräumen. Bei WordPress wächst die Datenbank über Jahre unbemerkt: Beitragsrevisionen, Einträge im Papierkorb, Reste deinstallierter Erweiterungen, abgelaufene Übergangsdaten. Das bremst nicht dramatisch, aber messbar - und lässt sich gefahrlos bereinigen, solange vorher eine Sicherung existiert.
Die Zahl der Revisionen begrenzt du in der wp-config.php:
define('WP_POST_REVISIONS', 5); Ausmisten statt aufrüsten
Der unbeliebteste, aber wirksamste Schritt: weniger laufen lassen.
- Ungenutzte Erweiterungen entfernen. Nicht deaktivieren - löschen. Jedes aktive Plugin lädt bei jedem Seitenaufruf Code, und deaktivierte bleiben ein Sicherheitsrisiko, weil sie keine Updates mehr bekommen.
- Baukasten-Erweiterungen prüfen. Umfangreiche Seitenbaukästen für WordPress bringen viel Gestaltungsfreiheit und ebenso viel Ballast mit. Wenn eine Seite nur aus Text und Bildern besteht, braucht sie keinen.
- Schriften reduzieren. Jede Schriftfamilie und jeder Schnitt ist eine eigene Datei. Zwei Schnitte reichen fast immer - und binde sie lokal ein statt über einen fremden Dienst, das spart einen zusätzlichen Verbindungsaufbau und ist datenschutzrechtlich unkomplizierter.
- Externe Einbindungen zählen. Kartendienste, Videoeinbettungen und Statistikdienste laden Code von fremden Servern - auf deren Geschwindigkeit hast du keinen Einfluss. Ein Vorschaubild, das das Video erst auf Klick nachlädt, ist hier die einfachste Verbesserung.
Was der Server bereits mitbringt
Ein Teil der Arbeit ist auf dem Webspace schon erledigt:
- NVMe-SSD im RAID 1. Datenbankabfragen und Dateizugriffe laufen deutlich schneller als auf herkömmlichen Festplatten.
- HTTP/2 über nginx. Mehrere Dateien werden parallel über eine Verbindung übertragen, was besonders Seiten mit vielen Bildern und Skripten zugutekommt. Voraussetzung ist ein aktives SSL-Zertifikat - das ist in jedem Paket kostenlos enthalten, siehe SSL einrichten. HTTP/3 bieten wir derzeit nicht an.
- Aktuelle PHP-Versionen. Alle verfügbar und pro Domain umschaltbar.
Wenn die Seite trotz sauberer Optimierung dauerhaft an Grenzen stößt - etwa weil eine Anwendung mehr Arbeitsspeicher braucht, als eine geteilte Umgebung sinnvoll bereitstellen kann -, ist der nächste Schritt ein vServer mit eigenen Ressourcen. Das ist allerdings die Ausnahme: Die meisten Seiten sind vor der Optimierung langsam und danach schnell genug.
Häufige Fragen
Schnelle Grundlage inklusive
NVMe-SSD-Speicher im RAID 1, Auslieferung über nginx mit HTTP/2 und alle aktuellen PHP-Versionen zum selbst Umschalten - die technische Basis bringt jedes Webspace-Paket mit.
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