Die richtige Reihenfolge
Der häufigste Fehler beim Umzug ist, zuerst die Domain umzustellen und danach die Daten zu übertragen. Dann ist die Seite so lange offline, wie der Umzug dauert - und Mails, die in dieser Zeit ankommen, landen im Nichts.
Richtig ist die umgekehrte Reihenfolge:
- Webspace bestellen
- Dateien und Datenbank übertragen
- Postfächer übertragen
- Seite über eine Vorschau-Adresse testen
- Domain umstellen beziehungsweise DNS ändern
- Alten Vertrag erst danach beenden
Schritt 1: Bestandsaufnahme beim alten Anbieter
Bevor du irgendetwas anfasst, sammle diese Angaben:
- FTP- oder SFTP-Zugang (Host, Benutzer, Passwort) beim bisherigen Anbieter
- Zugang zur Datenbankverwaltung, meist phpMyAdmin
- Liste aller E-Mail-Konten mit Passwörtern
- Wo die Domain registriert ist - beim bisherigen Hoster oder bei einem separaten Registrar?
- Genutzte PHP-Version der bestehenden Seite
Zieh außerdem ein vollständiges Backup beim alten Anbieter, bevor du startest. Es ist deine Rückfalloption, falls unterwegs etwas schiefgeht.
Schritt 2: Dateien und Datenbank übertragen
In Plesk steht dafür der Website-Import bereit. Du gibst die Zugangsdaten deines bisherigen Hosters an, und die Dateien werden direkt von Server zu Server kopiert - ohne den Umweg über deinen Rechner. Das ist bei größeren Seiten deutlich schneller als ein manueller Download und Upload.
Der manuelle Weg funktioniert genauso zuverlässig:
- Alle Dateien per FTP vom alten Server herunterladen.
- Die Datenbank in phpMyAdmin über Exportieren als
.sql-Datei sichern. - In Plesk unter Datenbanken eine neue Datenbank samt Benutzer anlegen (siehe Datenbank anlegen).
- Die
.sql-Datei über phpMyAdmin in die neue Datenbank importieren. - Die Dateien per FTP nach
httpdocshochladen.
Bei großen Datenbanken kann der Import an der Upload-Grenze scheitern. Die maximale Upload-Größe lässt sich in den PHP-Einstellungen der Domain anheben - im Paket S auf bis zu 10 MB, in L und XL auf bis zu 100 MB.
Schritt 3: Zugangsdaten anpassen
Nach dem Import zeigt die Konfiguration deiner Seite noch auf die alte Datenbank. Passe daher die Zugangsdaten an:
- WordPress: in der
wp-config.phpdie Werte fürDB_NAME,DB_USER,DB_PASSWORDundDB_HOST(in der Regellocalhost). - Joomla: in der
configuration.php. - Eigene Anwendungen: in der jeweiligen Konfigurationsdatei beziehungsweise den Umgebungsvariablen.
Prüfe außerdem in Plesk, ob für die Domain dieselbe PHP-Version eingestellt ist wie beim alten Anbieter. Eine ältere Seite auf einer deutlich neueren PHP-Version kann sonst mit Fehlermeldungen aussteigen - wie du das umstellst, steht im Ratgeber PHP-Version ändern.
Schritt 4: E-Mail-Konten übernehmen
Für die Postfächer gibt es in Plesk den E-Mail-Import. Er überträgt die vorhandenen Nachrichten per IMAP vom alten Server, sodass Ordnerstruktur und Verlauf erhalten bleiben.
Der Ablauf: die Konten unter denselben Adressen im neuen Webspace anlegen, den Import mit den alten Zugangsdaten starten und den Übertragungsstand abwarten. Erst danach die Domain umstellen - sonst gehen Mails verloren, die während des Umzugs eintreffen. Mehr dazu im Ratgeber E-Mail-Konten einrichten.
Schritt 5: Testen, bevor du umschaltest
Solange die Domain noch auf den alten Server zeigt, kannst du die neue Installation über die Vorschau-Funktion in Plesk aufrufen. Prüfe dabei gezielt:
- Lädt die Startseite und funktionieren Unterseiten?
- Werden Bilder angezeigt - oder fehlen sie, weil noch absolute Pfade auf die alte Domain zeigen?
- Funktionieren Formulare und der Login ins Backend?
- Erscheinen PHP-Fehlermeldungen, die auf eine falsche PHP-Version hindeuten?
Erst wenn hier alles sauber läuft, geht es an die Domain.
Schritt 6: Domain umstellen
Jetzt stellst du die Domain um - entweder über einen vollständigen Domainumzug zu MainHoster.de oder indem du beim bisherigen Registrar die Nameserver beziehungsweise die A-Records änderst. Beide Wege sind im Ratgeber Domain mit dem Webspace verbinden beschrieben.
Rechne mit einer Übergangsphase. DNS-Änderungen brauchen je nach TTL-Einstellung einige Stunden, bis sie überall angekommen sind. In dieser Zeit landen manche Besucher noch auf dem alten Server. Deshalb: den alten Vertrag erst einige Tage später kündigen, nicht sofort.
Zum Abschluss richtest du das SSL-Zertifikat ein - ohne gültiges Zertifikat zeigt der Browser eine Warnung an. Der Ratgeber SSL-Zertifikat einrichten zeigt, wie das mit Let's Encrypt in wenigen Klicks geht.
Häufige Fragen
Umzug starten
Der Webspace ist rund 120 Sekunden nach der Bestellung bereit. Weil prepaid abgerechnet wird, kannst du parallel zum alten Anbieter testen und erst umschalten, wenn alles läuft.
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