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SSL-Zertifikat einrichtenKostenlos mit Let's Encrypt

Ohne gültiges Zertifikat warnt jeder Browser vor deiner Seite. Diese Anleitung zeigt, wie du in Plesk ein kostenloses Let's-Encrypt-Zertifikat ausstellst, HTTPS erzwingst und die typischen Restfehler nach der Umstellung beseitigst.

Let's Encrypt inklusiveAutomatische VerlängerungHTTPS erzwingen

Warum HTTPS Pflicht ist

HTTPS verschlüsselt die Verbindung zwischen Besucher und Server. Ohne Zertifikat lassen sich übertragene Daten mitlesen - bei einem Kontaktformular oder einem Login ist das ein handfestes Problem, und datenschutzrechtlich ist eine unverschlüsselte Übertragung personenbezogener Daten nicht haltbar.

Dazu kommen zwei praktische Gründe: Browser markieren Seiten ohne Zertifikat sichtbar als „nicht sicher", was Besucher abschreckt. Und HTTPS ist seit Jahren ein Rankingfaktor bei Google.

Voraussetzung: die Domain muss auf den Webspace zeigen

Let's Encrypt stellt ein Zertifikat nur aus, wenn die Domain nachweislich zu diesem Server gehört. Der Nachweis läuft automatisch ab, setzt aber voraus, dass die DNS-Einträge bereits auf deinen Webspace zeigen.

Beantragst du das Zertifikat zu früh - etwa mitten in einem Umzug, während die Domain noch beim alten Anbieter liegt - schlägt die Ausstellung fehl. Warte in dem Fall die DNS-Umstellung ab; wie die funktioniert, steht im Ratgeber Domain mit dem Webspace verbinden.

Zertifikat in Plesk ausstellen

  1. In Plesk die gewünschte Domain öffnen und SSL/TLS-Zertifikate aufrufen.
  2. Bei Let's Encrypt auf Installieren klicken.
  3. Eine E-Mail-Adresse für Ablaufbenachrichtigungen eintragen.
  4. Die Option für www aktivieren, damit das Zertifikat sowohl für deinedomain.de als auch für www.deinedomain.de gilt. Fehlt sie, warnt der Browser bei einer der beiden Varianten.
  5. Falls du Mailkonten unter dieser Domain nutzt, zusätzlich die Absicherung für Webmail und Mailserver mit auswählen.
  6. Auf Anfordern klicken. Nach wenigen Sekunden ist das Zertifikat aktiv.

Die Verlängerung läuft automatisch. Let's-Encrypt-Zertifikate sind 90 Tage gültig und werden von Plesk rechtzeitig vorher erneuert - du musst dich darum nicht kümmern.

HTTPS erzwingen

Ein installiertes Zertifikat allein reicht nicht: Ohne Weiterleitung bleibt deine Seite weiterhin auch über http:// erreichbar. Das erzeugt doppelte Adressen für denselben Inhalt und lässt unverschlüsselte Zugriffe zu.

In Plesk aktivierst du dafür in den Hosting-Einstellungen der Domain die permanente Umleitung von HTTP auf HTTPS. Damit landen alle Aufrufe zuverlässig auf der verschlüsselten Variante.

WordPress und andere CMS umstellen

Content-Management-Systeme speichern ihre eigene Adresse in der Datenbank. Nach der SSL-Umstellung musst du sie dort anpassen:

  • WordPress: unter Einstellungen > Allgemein beide Felder - WordPress-Adresse und Website-Adresse - auf https:// setzen.
  • Joomla und andere: in der jeweiligen Konfiguration die Basis-URL auf HTTPS umstellen.

Danach bleiben häufig noch alte Adressen in Beiträgen und Einstellungen stehen. Ein Such-und-Ersetzen-Lauf über die Datenbank ersetzt http://deinedomain.de durch https://deinedomain.de. Zieh vorher ein Backup - solche Massenänderungen lassen sich sonst kaum zurücknehmen.

Gemischte Inhalte beseitigen

Zeigt der Browser trotz gültigem Zertifikat kein geschlossenes Schloss, liegt es fast immer an „mixed content": Die Seite selbst wird verschlüsselt geladen, einzelne Bilder, Stylesheets oder Skripte aber noch über http://.

So findest du die Ursache: Seite im Browser öffnen, die Entwicklerwerkzeuge aufrufen und in der Konsole nach Warnungen zu unsicheren Inhalten suchen. Dort steht die konkrete Datei. Typische Quellen sind fest eingetragene Bildpfade in älteren Beiträgen, eingebundene Schriften und Skripte von Drittanbietern sowie Theme-Einstellungen mit hinterlegten Logo-URLs.

Typische Fehlermeldungen

  • Ausstellung schlägt fehl: Die Domain zeigt noch nicht auf den Webspace, oder eine bestehende Weiterleitung verhindert die Prüfung. Erst die DNS-Einträge kontrollieren.
  • Warnung nur bei www: Das Zertifikat wurde ohne die www-Variante ausgestellt. Einfach neu anfordern und die Option aktivieren.
  • Weiterleitungsschleife: HTTPS wird gleichzeitig in Plesk, in der .htaccess und im CMS erzwungen. Lass genau eine Stelle die Weiterleitung übernehmen.
  • Zertifikat abgelaufen: Die automatische Verlängerung ist fehlgeschlagen, meist weil die Domain zwischenzeitlich nicht mehr auf den Server zeigte. Nach Korrektur der DNS-Einträge einmal manuell neu anfordern.

Häufige Fragen

Nein. Let's-Encrypt-Zertifikate sind in allen Webspace-Paketen enthalten und lassen sich in Plesk mit wenigen Klicks für jede Domain und Subdomain ausstellen. Es fallen keine zusätzlichen Gebühren an.

Nein. Let's-Encrypt-Zertifikate sind 90 Tage gültig und werden von Plesk automatisch rechtzeitig erneuert. Nur wenn die Domain zwischenzeitlich nicht mehr auf den Webspace zeigt, kann die Verlängerung scheitern - dann forderst du das Zertifikat einmal manuell neu an.

In der Regel wegen gemischter Inhalte: Die Seite wird verschlüsselt ausgeliefert, einzelne Bilder, Skripte oder Stylesheets aber noch über http geladen. Die Entwicklerkonsole des Browsers nennt die betroffenen Dateien. Häufigste Ursache sind fest eingetragene Adressen in älteren Beiträgen.

Jede Subdomain braucht ein eigenes Zertifikat, das du in Plesk genauso mit wenigen Klicks ausstellst. Eine Ausnahme ist die www-Variante deiner Hauptdomain - die kannst du direkt beim Anfordern mit ins selbe Zertifikat aufnehmen.

Ja. In Plesk lässt sich unter SSL/TLS-Zertifikate ein vorhandenes Zertifikat samt privatem Schlüssel und Zwischenzertifikat hochladen und der Domain zuweisen. Für die meisten Webseiten bietet ein kostenpflichtiges Zertifikat gegenüber Let's Encrypt aber keinen technischen Mehrwert.

SSL ist in jedem Paket enthalten

Let's-Encrypt-Zertifikate sind bei allen Webspace-Paketen ohne Aufpreis dabei und verlängern sich automatisch. Zusatzkosten für HTTPS gibt es nicht.

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