Was eine IDN ist
IDN steht für Internationalized Domain Name - eine Domain mit Zeichen außerhalb des alten Standards aus Buchstaben, Ziffern und Bindestrich. Für .de sind Umlautdomains seit dem 1. März 2004 registrierbar.
Erlaubt sind bei .de neben ä, ö, ü und ß noch zahlreiche weitere diakritische Zeichen europäischer Sprachen. Nicht erlaubt sind Emojis, Leerzeichen und Zeichen aus unterschiedlichen Schriftsystemen in derselben Domain.
Punycode: was technisch passiert
Das DNS selbst kennt keine Umlaute. Deshalb wird jede IDN vor der Auflösung in eine reine ASCII-Form übersetzt - den Punycode, erkennbar am Präfix xn--:
| Eingabe | Punycode (technische Form) |
|---|---|
müller.de | xn--mller-kva.de |
gruenflaeche.de | gruenflaeche.de (kein IDN nötig) |
straße.de | xn--strae-oqa.de |
Die Umwandlung übernimmt der Browser automatisch. Du registrierst und verwaltest die Domain in der lesbaren Schreibweise; in Zertifikaten, Server-Logs und manchen Tools taucht aber die xn---Form auf. Das ist normal und kein Fehler.
Wo Umlautdomains zuverlässig funktionieren
- Browser: Alle aktuellen Browser lösen IDNs korrekt auf und zeigen sie lesbar an.
- DNS-Verwaltung: Einträge setzt du wie gewohnt, siehe DNS-Einträge erklärt.
- SSL-Zertifikate: Werden ausgestellt, im Zertifikat steht die Punycode-Form.
- Suchmaschinen: Indexieren IDNs ohne Nachteil gegenüber ASCII-Domains.
Wo es klemmt
- E-Mail-Adressen. Der größte Haken: Adressen wie
info@müller.dewerden von vielen Mailsystemen nicht sauber verarbeitet. Der lokale Teil vor dem @ ist außerhalb von SMTPUTF8 ohnehin nicht für Umlaute vorgesehen, und die Unterstützung ist quer durch die Landschaft lückenhaft. - Mündliche Weitergabe. "Müller mit ü oder ue?" - genau die Rückfrage, die eine Adresse unpraktisch macht.
- Ältere Software. Legacy-Systeme, Druckvorlagen und manche Formularvalidierungen kommen mit
xn--nicht klar. - Verwechslungsgefahr. Zeichen aus anderen Schriftsystemen können lateinischen Buchstaben zum Verwechseln ähnlich sehen. Browser zeigen deshalb bei gemischten Schriften vorsorglich den Punycode an.
Die praktische Empfehlung
In den meisten Fällen ist die Kombination die richtige Lösung:
- Ausgeschriebene Variante als Hauptdomain -
mueller.de. Darauf laufen Webseite und E-Mail. - Umlautdomain zusätzlich registrieren -
müller.de. Sie fängt ab, wer intuitiv mit Umlaut tippt. - Per 301 weiterleiten auf die Hauptdomain, damit keine doppelten Inhalte entstehen.
Umgekehrt - Umlautdomain als Hauptadresse - lohnt sich nur, wenn der Name ohne Umlaut wirklich unlesbar wird und du keine E-Mail-Adressen darunter brauchst.
Was mit ß passiert
Ein Sonderfall mit Geschichte: Das ß wurde bei .de anfangs automatisch als ss behandelt. Seit November 2010 ist es ein eigenständiges Zeichen und lässt sich getrennt registrieren.
Damit sind straße.de, strasse.de und strasze.de drei verschiedene Domains, die unterschiedlichen Inhabern gehören können. Wenn dein Name ein ß enthält, sichere dir beide gebräuchlichen Schreibweisen.
Häufige Fragen
Beide Schreibweisen sichern
Die ausgeschriebene Variante als Hauptadresse, die Umlautdomain als Weiterleitung - Domains gibt es ab 6,49 € im Jahr.
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