Zwei Ebenen, die zusammenpassen müssen
Damit eine Domain auf deinem vServer landet, müssen zwei Dinge stimmen - und sie liegen an völlig verschiedenen Orten:
- Im DNS muss die Domain auf die IP-Adresse des vServers zeigen. Das erledigst du in der Domainverwaltung.
- Auf dem vServer muss der Webserver wissen, dass er für diese Domain zuständig ist. Das erledigst du per SSH oder im Adminpanel.
Fehlt der erste Teil, kommt niemand an. Fehlt der zweite, landen alle Besucher auf der Standardseite des Servers.
Schritt 1: A- und AAAA-Record setzen
Die IP-Adressen deines vServers findest du im Webinterface. Trage sie in der DNS-Verwaltung ein:
@ A 85.214.12.7
www A 85.214.12.7
@ AAAA 2a01:4f8:1c17::1
www AAAA 2a01:4f8:1c17::1
Statt www per A-Record kannst du auch einen CNAME auf die Hauptdomain setzen - dann pflegst du die IP nur an einer Stelle. Auf @ selbst gehört jedoch immer ein A-Record, nie ein CNAME.
Schritt 2: Webserver für die Domain konfigurieren
Der Webserver auf deinem vServer entscheidet anhand des angefragten Hostnamens, welches Verzeichnis er ausliefert. Diese Zuordnung heißt vHost (Apache) beziehungsweise server block (nginx).
Ein minimaler nginx-Block sieht so aus:
server {
listen 80;
listen [::]:80;
server_name deinefirma.de www.deinefirma.de;
root /var/www/deinefirma;
index index.php index.html;
}
Nach dem Anlegen die Konfiguration prüfen und den Dienst neu laden - bei nginx mit nginx -t und systemctl reload nginx, bei Apache mit apachectl configtest und systemctl reload apache2. Nutzt du ein Panel wie Plesk, legst du die Domain stattdessen dort an; das Panel schreibt die Konfiguration selbst.
Schritt 3: SSL-Zertifikat ausstellen
Erst jetzt - und wirklich nicht früher - kannst du ein kostenloses Zertifikat von Let's Encrypt ausstellen. Die Prüfung funktioniert nämlich so, dass die Zertifizierungsstelle deine Domain aufruft und dort eine hinterlegte Datei erwartet. Zeigt der DNS-Eintrag noch woanders hin, schlägt das fehl.
Reihenfolge also: DNS-Eintrag setzen, TTL abwarten, vHost anlegen, dann das Zertifikat beantragen. Danach richtest du die Weiterleitung von HTTP auf HTTPS ein.
Reverse-DNS: nur relevant, wenn du Mails versendest
Ein PTR-Record beantwortet die umgekehrte Frage: Welcher Name gehört zu dieser IP-Adresse? Große Mailanbieter prüfen das - stimmt der PTR nicht mit dem Hostnamen des sendenden Servers überein, landen Mails schnell im Spam oder werden ganz abgelehnt.
Der PTR wird nicht in deiner Domain-Zone gepflegt, sondern beim Betreiber der IP-Adresse - also bei uns über das Webinterface oder das Ticketsystem. Setze ihn auf denselben Namen, den dein Mailserver als Hostname meldet, etwa mail.deinefirma.de. Ergänzend brauchst du SPF, DKIM und DMARC.
Mehrere Domains auf einem vServer
Ein vServer kann beliebig viele Domains bedienen - die Grenze ist nur die Leistung, nicht die Anzahl. Für jede Domain gilt dasselbe Muster:
- A-Record auf dieselbe Server-IP setzen.
- Eigenen vHost mit eigenem
root-Verzeichnis anlegen. - Eigenes Zertifikat ausstellen.
Dasselbe funktioniert mit Subdomains - etwa staging.deinefirma.de für eine Testumgebung neben der Live-Seite.
Fehlersuche
- Es kommt die Standardseite des Servers: Der DNS-Eintrag stimmt, der vHost fehlt oder der
server_namepasst nicht zur aufgerufenen Domain. - Zeitüberschreitung: Meist die Firewall. Prüfe, ob Port 80 und 443 offen sind.
- Zertifikat lässt sich nicht ausstellen: Die Domain zeigt noch nicht auf den Server oder Port 80 ist geschlossen - die Prüfung läuft über HTTP.
- Nur www funktioniert: Für
@fehlt der A-Record oder er steht fälschlich als CNAME. - Nichts ändert sich: Vor Ablauf der TTL liefern Resolver noch den alten Wert. Prüfen mit
nslookup deinefirma.de.
Häufige Fragen
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