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Nameserver ändernDNS-Verwaltung umziehen, ohne die Domain zu transferieren

Die Nameserver bestimmen, wer die DNS-Anfragen für deine Domain beantwortet. Sie zu ändern ist die schnellste Möglichkeit, die DNS-Verwaltung zu wechseln - ganz ohne Domainumzug. Diese Anleitung zeigt, wie es sauber abläuft und was dabei schiefgehen kann.

NS-RecordsGlue RecordsTTLkein Transfer nötig

Nameserver ändern oder Domain umziehen?

Die beiden Vorgänge werden ständig verwechselt, sind aber grundverschieden:

Nameserver ändernDomain umziehen
Was wechseltWer das DNS beantwortetWer die Domain führt (Registrar)
AuthCode nötigNeinJa
KostenKeineJahrespreis der Endung
Rechnung kommt weiter vonBisherigem AnbieterNeuem Anbieter
DauerMinuten bis 24 Stunden1 bis 5 Tage

Nameserver ändern ist also der kleine Eingriff: Die Domain bleibt, wo sie ist, nur die DNS-Verwaltung wandert. Das ist der übliche Weg, wenn du eine Webseite zu einem neuen Hoster umziehst, den Registrar aber behalten willst.

Was ein NS-Record macht

Die NS-Records deiner Domain stehen nicht in deiner eigenen Zone, sondern bei der Registry der Endung - bei .de also bei der DENIC. Sie sind der Wegweiser: Fragt ein Resolver nach deiner Domain, verweist die Registry ihn an genau diese Server.

Deshalb änderst du Nameserver auch nicht in der DNS-Verwaltung, sondern in der Domainverwaltung beim Registrar. Bei MainHoster.de sind pro Domain 4 redundante Nameserver hinterlegt - fällt einer aus, antworten die anderen.

Vorher: die Zone anlegen

Der wichtigste Schritt passiert vor der Umstellung. Lege beim neuen Anbieter die komplette Zone an, mit allen Einträgen, die aktuell aktiv sind:

  • A / AAAA für die Domain selbst und für www
  • MX für die Mailzustellung - der am häufigsten vergessene Eintrag
  • TXT für SPF, DKIM, DMARC und Domainbestätigungen von Drittdiensten
  • CNAME für Subdomains, die auf externe Dienste zeigen
  • SRV für Gameserver oder Voice-Dienste, siehe SRV-Record

Sind die Einträge identisch zu den bisherigen, ist die Umstellung für Besucher unsichtbar. Es ist egal, welcher Nameserver gerade antwortet - beide sagen dasselbe.

Die Umstellung durchführen

  1. TTL senken - idealerweise ein bis zwei Tage vorher auf 300 Sekunden. Das verkürzt später die Übergangszeit.
  2. Zone beim neuen Anbieter vollständig anlegen und die Einträge gegen die alten prüfen.
  3. Nameserver beim Registrar ersetzen - alle auf einmal, nicht gemischt.
  4. Warten. Die Registry gibt die Änderung weiter, Resolver übernehmen sie nach und nach.
  5. Prüfen mit nslookup -type=NS deinefirma.de beziehungsweise dig NS deinefirma.de.

Mische niemals alte und neue Nameserver. Beide Sätze würden abwechselnd antworten - und wenn ihre Zonen sich unterscheiden, wird die Domain scheinbar zufällig mal richtig, mal falsch aufgelöst.

Wie lange es dauert

Die Registry übernimmt die neuen NS-Records meist innerhalb weniger Minuten bis Stunden. Bis alle Resolver weltweit umgeschwenkt sind, vergehen erfahrungsgemäß bis zu 24 Stunden, in Einzelfällen bis zu 48.

In dieser Zeit sehen manche Besucher noch die alte Auflösung. Das ist kein Fehler. Lass den alten Server deshalb ein paar Tage weiterlaufen und schalte ihn erst danach ab.

Glue Records - wenn die Nameserver in der eigenen Domain liegen

Ein Sonderfall: Du betreibst eigene Nameserver, die selbst unter deiner Domain laufen - etwa ns1.deinefirma.de. Dann entsteht ein Henne-Ei-Problem, denn um ns1.deinefirma.de aufzulösen, müsste man erst deinefirma.de auflösen.

Gelöst wird das über Glue Records: Bei der Registry werden zusätzlich die IP-Adressen der Nameserver hinterlegt. Für die meisten Nutzer ist das irrelevant - wer die Nameserver seines Hosters verwendet, braucht keine Glue Records.

Typische Fehler

  • MX-Einträge vergessen: Mit den Nameservern wandert die gesamte DNS-Verwaltung. Fehlen die MX-Einträge in der neuen Zone, bricht die Mailzustellung ab - oft erst Stunden später bemerkt.
  • Nur einen Nameserver eingetragen: Die meisten Registries verlangen mindestens zwei, und Redundanz will man ohnehin.
  • Nameserver gemischt: Alte und neue parallel führen zu widersprüchlichen Antworten.
  • TXT-Bestätigungen übersehen: Verifizierungseinträge von Drittdiensten fehlen nach der Umstellung und die Verknüpfung bricht.
  • Zu früh abgeschaltet: Der alte Server sollte noch ein paar Tage erreichbar bleiben.

Häufige Fragen

Beim Nameserverwechsel bleibt die Domain beim bisherigen Registrar, nur die DNS-Verwaltung wandert - kostenlos und ohne AuthCode. Beim Domainumzug wechselt der Registrar selbst; dafür brauchst du den AuthCode und zahlst den Jahrespreis der Endung.

Die Registry übernimmt die Änderung meist innerhalb von Minuten bis Stunden. Bis alle Resolver weltweit umgeschwenkt sind, können bis zu 24 Stunden vergehen.

Mit den Nameservern wechselt die komplette DNS-Verwaltung, also auch die MX-Einträge. Lege sie in der neuen Zone vorher an, sonst bricht die Mailzustellung ab, sobald die Umstellung greift.

Mindestens zwei - die meisten Registries lehnen einen einzelnen ab. Bei MainHoster.de sind pro Domain 4 redundante Nameserver hinterlegt.

Technisch ja, sinnvoll nein. Resolver fragen zufällig einen der eingetragenen Server. Unterscheiden sich deren Zonen, wird die Domain mal richtig und mal falsch aufgelöst.

Mit nslookup -type=NS deinefirma.de unter Windows oder dig NS deinefirma.de unter Linux und macOS. Die Antwort listet die aktuell bei der Registry hinterlegten Nameserver.

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